„Erleichterung, weil dieses Massaker vom Gericht beim Namen genannt wurde“ – Zum Prozess in Sant` Anna di Stazzema: Interview mit einem Prozessbeobachter
560 Menschen wurden ermordet, als die 16. Panzergrenadierdivision „Reichsführer SS“ am 12. August 1944 das kleine norditalienische Dorf Sant`Anna di Stazzema überfiel.
Über 60 Jahre lang wurden die Verantwortlichen nicht zur Rechenschaft gezogen. Dann entdeckte man 1994 im so genannten „Schrank der Schande“, der jahrzehntelang aus dubiosen Gründen verschlossen in der Militärstaatsanwaltschaft in Rom stand, Akten über dieses und viele weitere Kriegsverbrechen. Eineinhalb Jahre lang währten die Verhandlungen vor dem Militärgericht von La Spezia gegen die Verantwortlichen von Sant`Anna. Am 22. Juni 2005 fiel das Urteil. Allerdings blieb die Anklagebank leer. Kein einziger der 10 Angeklagten war erschienen.
[Bericht]

Bericht zum Urteil im Marzabotto-Prozess: „Nicht nur symbolisch“ – Prozessbeobachtung in La Spezia
Von überall her flüchteten sich die BewohnerInnen des Monte Sole in die Kirche von Casaglia, in der Hoffnung, dort in Sicherheit vor der deutschen Razzia zu sein. Doch alle – mit Ausnahme eines Priesters, einer gelähmten Frau und zwei Kindern, wurden von den Soldaten aus der Kirche getrieben und später auf dem Friedhof erschossen.
[Bericht]